Bevölkerungswachstum im Kanton Freiburg

Am 6. Oktober 2014 zählte der Kanton Freiburg 300 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Anlässlich der Feier dieses Ereignisses tauchen viele Fragen über die Demografie und das Wachstum auf.

Das Erreichen der Schwelle von 300 000 Einwohnerinnen und Einwohner ist ein wichtiges Ereignis. Aus diesem Grund hat die Volkswirtschaftsdirektion (VWD) mit dem Amt für Statistik (StatA) für die Bevölkerung online einen interkativen Zähler eingerichtet, der die demografischen Ereignisse (Geburten, Todesfälle, Zu- und Abwanderungen) des Kantons darstellt. Mithilfe von Karten und Grafiken kann die Entwicklung der ständigen Wohnbevölkerung der Gemeinden und Bezirke von 1991 bis 2013 beobachtet werden.

Die 300 000 Einwohnerinnen und Einwohnern sind auch Grund zum Feiern. Fünf neuen Bewohnerinnen und Bewohner des Kantons wurde deshalb am 6. Oktober 2014 während einer Zeremonie an der Freiburger Messe von der Kantonsregierung ein Geschenk überreicht. Indem nicht eine, sondern fünf Personen ausgewählt wurden, um die 300 000ste Einwohnerin oder den 300 000sten Einwohner zu repräsentieren, konnten die Diversität der Bevölkerung und die unterschiedlichen Ursachen für dieses Wachstum gezeigt werden: Geburt, längere Lebensdauer und interkantonale und internationale Zuwanderung.  Zu diesem Anlass wurde auch ein Video über die Portraäts der fünf Personen, die neu in den Kanton Freiburg gezogen sind, gemacht.

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Seit einigen Jahrzehnten gilt der Kanton Freiburg als Spitzenreiter des demografischen Booms. Die Bevölkerung wuchs dort zwischen 2000 und 2010 um 17,6 %, in der gesamten Schweiz durchschnittlich um 9 %. Die Wachstumsraten steigen weiter an und lagen 2013 bei 2,1 %. Das bedeutet, dass der Kanton in diesem Jahr mehr als 6000 neue Einwohnerinnen und Einwohner zählte. Die Geburtenrate ist in Freiburg leicht höher als im Schweizer Durchschnitt und das Durchschnittsalter liegt bei unter 40 Jahren, was Freiburg zum jüngsten Kanton der Schweiz macht. Dieses anhaltende Wachstum wirft aber auch zahlreiche Fragen auf und führt zu Veränderungen und Umdenken sowohl im Bereich der Infrastrukturen, Dienstleistungen und Arbeit als auch in Bezug auf die Identität des Kantons.

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Das Bevölkerungswachstum betrifft natürlich nicht nur den Kanton Freiburg, der übrigens auch Abwanderungsperioden erlebte (1880 bis 1960), sondern geht über die Kantonsgrenzen hinaus. Zuerst führten die Migrationsbewegungen die ländliche Bevölkerungen in die städtischen Zentren wie Genf, Lausanne oder Bern. Danach kehrten sie sich um: die überfüllten städtischen Regionen schwappten auf die ländliche Regionen über. Heute ist der Kanton Freiburg äusseren Einflüssen ausgesetzt und empfängt Einwohnerinnen und Einwohner aus städtischen Zonen, vor allem aus Bern und dem Genferseegebiet.
Der Hauptgrund für diese Migrationsbewegung in Richtung des Kantons Freiburg liegt laut Pierre Caille, Leiter des Amts für Statistik des Kantons Freiburg, in der Verfügbarkeit von Boden und Wohnungen sowie im leistungsfähigen Transportnetz. Freiburg ist ausserdem ideal in der Nähe der grossen städtischen Regionen gelegen und bietet im Bereich der schulischen, beruflichen und universitären Bildung eine Vielzahl an Möglichkeiten.

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Die Folgen dieses Bevölkerungswachstums sind zwiespältig. Die Zuwanderung von neuen Einwohnerinnen und Einwohnern im Kanton bietet sicherlich zusätzliche Einkommensmöglichkeiten, insbesondere Steuereinnahmen, bringt aber auch Verpflichtungen mit sich. Die neuen Einwohnerinnen und Einwohner haben Bedürfnisse und Erwartungen. Diese zu erfüllen, namentlich durch die Entwicklung von Infrastrukturen, Einrichtungen oder Dienstleistungen, stellt das Gemeinwesen vor Herausforderungen. Es wurden bereits beachtliche Beträge im Bereich der Schulen, der Kultur und der Strassen investiert, um dem Bevölkerungswachstum nachzukommen.

Viele der neuen Einwohner sind Pendler und ihre Arbeit wird nicht im Kanton Freiburg erfasst. Sie erzielen hier also keine Wertschöpfung. Eine weitere Herausforderung liegt darin, einerseits Arbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung anzuziehen und andererseits zu verhindern, dass Freiburg zum Schlafkanton wird. Aus diesem Grund lehnt die Freiburger Regierung es ab, einen Kanton zu schaffen, der vorwiegend zum Wohnen genutzt wird, und versucht, eine vielfältige, dynamische und innovative Wirtschaft zu entwickeln.

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Die demografische Entwicklung des Kantons Freiburg ist also Chance und Herausforderung zugleich. Sie ist eine Chance, weil sie zur wirtschaftlichen Dynamik des Kantons beiträgt, indem sie den Bausektor, den Detailhandel und die Dienstleistungen antreibt. Diese Wechselwirkung begünstigt die Schaffung von Wohlstand, Unternehmen und Arbeitsplätzen. Sie ist aber auch eine Herausforderung, weil eine Entwicklungsstrategie erarbeitet werden muss, um die Innovation zu fördern und die traditionnelleren Sektoren der Freiburger Wirtschaft zu stützen und zu entwickeln.

Zum Anhören:
Die Fact-Checking-Sendung Factuel berichtet über das Durchschnittsalter im Kanton Freiburg.

Unbedingt anschauen:
Die Videoporträts der fünf Personen, die neu in den Kanton Freiburg gezogen sind.

Autor

Redaktion

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