Der Kanton Freiburg steckt voller Traditionen

Alphütten

Mehr als 1200 Alphütten schmücken die Freiburger Voralpen und zeugen von einer lebendigen Landwirtschaft.

In einigen von ihnen kann man mehr über die Herstellung des Gruyère d’alpage AOC erfahren, manche bieten Übernachtungsmöglichkeiten und in vielen werden regionale Spezialitäten angeboten. Ihre typischen Schindeldächer gehören zum Kulturgut der Region. Der regionale Naturpark Gruyère Pays-d’Enhaut führt Workshops durch, die sich mit der Schindelmacherei befassen.

alphuetten

Quelle: fribourgregion.ch

Alpaufzug – Pfad der Poya

Haben Sie schon von der Poya gehört? Hier im Kanton Freiburg ist dieses Wort gang und gäbe, vor allem im französischsprachigen Raum. Es bedeutet nichts anderes als „Alpaufzug“, also das Bringen der Viehherden auf die Sommeralp. Dieser Brauch wird heute noch gepflegt und ist in Estavannens, einem kleinen Dorf im freiburgischen La Gruyère, sogar ein Volksfest. Dieses Jahr findet dort übers Auffahrtswochenende vom 8. bis 12. Mai die siebte Ausgabe der Poya statt.

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© Nicolas Repond

Quelle: fribourgregion.blogspot.ch

Alpabzug

Während der Monate September und Oktober ist der Alpabzug das bekannteste der traditionellen Berglerfeste. Nach viermonatiger Sömmerung in den Bergen kehren die Viehherden ins Unterland zurück.

Bei dieser Gelegenheit ziehen die Sennen ihren „Bredzon“ und die Damen ihren „Dzaquillon“ an. Die Kühe tragen prachtvolle Glocken und einen Strauss bunter Blumen auf dem Kopf. Umzug, Verkauf von einheimischen Produkten, umrahmt von traditioneller Musik… Die wichtigsten Alpabzüge der Region finden in Semsales (04.10.2014), Charmey (27.10.2014), Schwarzsee (27.10.2014) und Albeuve (04.10.2014) statt.

alpabzug

Quelle: fribourgregion.ch

Schwingen

Schwingen ist eine typisch eidgenössische Sportart und wird vorwiegend in der Schweiz ausgeübt. Im Laufe der Zeit hat sich das Schwingen zur Nationalsportart entwickelt und wird heute von der Bevölkerung leidenschaftlich unterstützt.

Das Schwingen ist ein auf Sägemehl ausgeübter Zweikampf zwischen zwei kräftig gebauten Männern und ist mit dem Ringen verwandt. Beim Kampf sind die Schwinger einheitlich gekleidet. Das Schwingen setzt sich aus verschiedenen Griffen und Schwüngen zusammen und verfügt über eigene Regeln. Die beiden Gegner reichen sich zu Beginn die Hand und packen sich danach an der sogenannten Schwingerhose und versuchen jeweils den Gegner durch diverse Schwünge auf den Rücken zu drücken. Traditionellerweise wischt der Sieger nach dem Kampf dem Verlierer die Sägemehlspäne vom Rücken ab.

Oft werden die Schwinger auch als die „Bösen“ bezeichnet. Gegenseitig messen sie sich an Schwingfesten und alle 3 Jahre wird am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest der Eidgenössische Schwingerkönig erkoren. Die Sieger erhalten jedoch keine Preisgelder, sondern Kuhglocken (Treicheln) oder als Hauptpreis oft einen Muni (Stier). Die Schwingerkönige sind jeweils in der ganzen Schweiz bekannt und erlangen Prominentenstatus.

Obwohl Schwingen eine moderne Sportart ist, konnte sie bis heute ihre urchige Herkunft bewahren. Zahlreiche Bräuche und Traditionen sind eng mit dem Schwingsport und seinen Festen verknüpft. Schwingen ist ganz einfach eine ideale Verbindung zwischen Traditionen, Sport und Fortschritt.

Der nächste Event, das Schwarzseeschwinget, findet am 22. Juni auf dem traditionellen Festgelände in den Freiburger Alpen statt.

schwingen

Quelle: fribourgregion.ch

Die Bénichon oder Chilbi – ein traditionelles Freiburger Fest, das seit jeher begangen wird.

Ursprünglich war es das Erntedankfest, an welchem den Gottheiten für alles gedankt wurde, was die Natur im Laufe des Jahres hervorgebracht hatte, und an dem die Ernte gesegnet wurde. Heute hat die Bénichon weitgehend ihren religiösen Charakter verloren und wird, wie die in deutschsprachigen Regionen gefeierte Chilbi, zum Volksfest mit zahlreichen kulinarischen Höhepunkten. Das Festmahl dauert sechs Stunden oder länger: Cuchaule, Chilbi-Senf, Bouillon, Chämischinken, Lammgigot mit Büschelibirnen, Bricelets, Meringues und Greyerzer Doppelrahm. Anschliessend spielt eine Ländlerkapelle zum Tanz auf. Das traditionelle Menü finden sie hier.

traditionen

Quelle: fribourgregion.ch

Die zweite Ausgabe der offiziellen  Bénichon wird vom 19. September bis 21. September 2014 im Bezirk Gruyère und in der Stadt Bulle stattfinden. Für weitere Informationen besuchen die Website der Bénichon.

benichon-kilbi

Quelle: benichon.org

Die Spitzen von Gruyère

Vor einem Jahrhundert erschienen die Spitzen in La Gruyère. Dank der Hilfe der Kaufmänner und des einheimischen Bürgertums wurde dieses Handwerk gegründet, um das Strohflechten zu ersetzen. Hundert Jahre später ist diese Tradition immer noch aktuell in unserer Gegend. Seither sind die Klöpplerinnen von La Gruyère anerkannt für ihr Wissen in der Spitzenkunst.

Aber dieses Handwerk hat nicht nur glückliche Zeiten gekannt. Am Anfang der siebziger Jahre, wollten die Klöpplerinnen ihr Handwerk nicht teilen. Zu dieser Zeit arbeiteten sie für ein Spitzengeschäft in Bulle, das heute geschlossen ist. Spitzen anzufertigen war ihre Arbeit, sie sahen es nicht als Kunstform. Glücklicherweise hat Frau Marie-Thérèse Vial, die Präsidentin des Spitzenverbands von La Gruyère, diese Kunst wieder unters Volk gebracht. Heutzutage zählt man ungefähr fünfzig leidenschaftliche Klöpplerinnen, die diese schöne Tradition in unserer Gegend La Gruyère weiterführen.

spitzen

Quelle: fribourgregion.ch

Schindeln

Die Holzbretter in Dachziegelform bedecken manche Alphütte. Man rechnet mit 200 bis 250 Schindeln allein um einen Quadratmeter zu bedecken. Die Lebensdauer eines Schindeldaches wird auf 50-70 Jahre geschätzt.

schindeln

Quelle: fribourgregion.ch

Holzrahmlöffel

Wenn auch heutzutage der Holzrahmlöffel eher zur Verzierung dient, war lange seine praktische Seite beliebt. Seine Form ist durch den Gebrauch entstanden: der flache Stiel erlaubt einen guten Handgriff, besonders für den schweren Doppelrahm…

Der Ursprung dieses Löffels ist eng mit dem Leben in den Alphütten verbunden. Schon damals hatte er dieselbe Form, aber die Stiele waren viel einfacher. Ende des 17. Jahrhunderts erscheinen die geschnitzten Holzlöffel. Der spezielle Holzlöffel von La Gruyère, sehr fein bearbeitet und durchstochen, erscheint erst am Anfang des 20. Jahrhunderts, dank der zwei Schnitzer Étienne Geinoz und Emile Pasquier. Der Löffel wird oft in einem Ahornholzstück, das geschmackslos ist, von 18 x 12.5 cm bearbeitet. Das Holzstück wird zuerst mit der Bandmessermaschine zugesägt und dann mit einem Stemmeisen ausgehöhlt, geschliffen, gefeilt und mit dem Messer zugeschnitzt. Wenn nötig wird der Holzlöffel mit Milchkaffee getönt. Selbst wenn das Motiv gleichbleibt, jeder Löffel bleibt durch die Handarbeit einzigartig.

holzrahmloeffel

Quelle: fribourgregion.ch

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf der Website fribourgregion.ch

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