Niki de Saint Phalle – monumentale und fantastische Kunst im öffentlichen Raum

Niki de Saint Phalle lässt sich nicht einfach in eine Kategorie einordnen. Sie war Malerin, Assemblagistin, Bildhauerin, Graveurin, Performance-Künstlerin und experimentelle Filmemacherin; ihre künstlerische Vision war dabei stets aussergewöhnlich: Kunst ist nichts, was man sich an die Wand hängt. Das spiegelt sich im architektonischen Schaffen dieser speziellen Künstlerin, für die «Perfektion kalt und die Imperfektion belebend» ist, wieder.

Niki de Saint Phalle_Le Reve de lOiseau_Big Clarice_Fonds Rico Weber_copyright MAHF Niki de Saint Phalle & Rainer von Hessen, Jean Tinguely, Rico Weber und Mitarbeiter
Le Rêve de l’Oiseau (Big Clarice); Maurenmassiv (Var), 1969-1971
© Fonds Rico Weber/MAHF/Espace Jean Tinguely-Niki de Saint Phalle Fribourg

 

Mit ihrer facettenreichen Kunst wollte Niki de Saint Phalle Freude, Humor und Farbe ins Leben bringen. Sie wollte die Menschen glücklich machen und «die Herzen und Augen erfreuen». Um ihre Kunst nicht nur den Museumsbesucherinnen und -besuchern, sondern allen, zugänglich zu machen, schuff Niki de Saint Phalle als erste Frau Kunst im öffentlichen Raum. Dabei stellte sie auch eine neue, poetischere und kreativere Art des Kontakts zwischen dem Hersteller (Künstler) und dem Nutzer (Auftraggeber) sowie zwischen den Menschen, ihrem Lebensraum und der sie umgebenden Natur her. Der öffentliche Raum, in dem sie ihre gewagten Darstellungen umsetzen konnte, wurde für sie zu einem regelrechten Spielplatz, auf dem sie ihre grosse Lebensfreude zum Ausdruck brachte. Ihre gewaltigen Skulpturen wurden deshalb zu Wohnräumen, Spielplätzen für Kinder oder verwunschenen Gärten.

Niki de Saint Phalle_Hon_Fonds Rico Weber_copyright MAHF Niki de Saint Phalle & Jean Tinguely und Per Olof Ultvedt
Hon-en Katedral (Sie-eine Kathedrale); Stockholm, 1966
© Fonds Rico Weber/MAHF/Espace Jean Tinguely-Niki de Saint Phalle Fribourg

Niki de Saint Phalle_Le Golem_Fonds Rico Weber_copyright MAHF Niki de Saint Phalle & Mitarbeiter
Der Golem; Jerusalem, 1970-1972
© Fonds Rico Weber/MAHF/Espace Jean Tinguely-Niki de Saint Phalle Fribourg

 

Die grossen Architekturprojekte, die sie Ende der 60er-Jahre realisierte, entsprachen auch der Ansicht, dass Kunst glücklich machen und sich an alle richten sollte. Ausserdem zeugen diese Projekte von einer Bereitschaft, künstlerischen Risiken einzugehen; Niki de Saint Phalle brach mit dieser monumentalen Kunst Normen und bauliche Regeln. Sie schuf riesige Skulpturen, die bewohnbar waren, Schutz bieten sollten oder im Einklang mit der Natur standen. Auf dieser Schaffensart basierte ihr gesamtes Werk. Während ihrer ganzen Karriere setzte sie solche Architekturprojekte um und zeigte damit ihren Willen, Grosses zu schaffen.

Niki de Saint Phalle_Hon en construction_Fonds Rico Weber_copyright MAHF Niki de Saint Phalle & Jean Tinguely und Per Olof Ultvedt
Hon-en Katedral (Sie-eine Kathedrale) im Bau; Stockholm, 1966
© Fonds Rico Weber/MAHF/Espace Jean Tinguely-Niki de Saint Phalle Fribourg

 

In ihrer architektonischen Kunst liess Niki de Saint Phalle ihre verrücktesten Träume Wirklichkeit werden: in einer wilden Fantasiewelt treffen Drachen, Nana-Häuser und Märchengestalten aufeinander. Ihre Werke wie Hon, Le Rêve de l’Oiseau, Jardin des Tarots oder Golem zeigen deutlich, dass die Kunst von Niki de Saint Phalle eine lebensgrosse Darstellung ihrer Traumwelt ist.

Niki de Saint Phalle_Le Reve de lOiseau_Fonds Rico Weber_copyright MAHF Niki de Saint Phalle & Rainer von Hessen, Jean Tinguely, Rico Weber und Mitarbeiter
Le Rêve de l’Oiseau; Maurenmassiv (Var), 1969-1971
© Fonds Rico Weber/MAHF/Espace Jean Tinguely-Niki de Saint Phalle Fribourg

Niki de Saint Phalle_Le Dragon Knokke_copyright MAHF_photographie Francesco Ragusa Niki de Saint Phalle
Der Drachen, 1973; Polyester
© Legat Rico Weber/MAHF/Espace Jean Tinguely-Niki de Saint Phalle Fribourg

 

Link

Ausstellung Monumental – Skulptur und Architektur im Werk von Niki de Saint Phalle im Museum für Kunst und Geschichte in Freiburg (1. März-31. Dezember 2015).

Autor

Redaktion

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